Fischerverein Wendlingen e.V.

 

 

Wundersame Fischvermehrung

 

WENDLINGEN: Fischerverein feiert sein 50-jähriges Bestehen mit dem Makrelenfest
 

   

Damit haben die Fischer am Grill viel Erfahrung: Makrelen und Forellen gibt es beim Fischerfest tonnenweise. Foto: Dietrich

   

WENDLINGEN.Im großen Kühlwagen kamen die in der Irischen See gefangenen Makrelen nach Wendlingen. Der Fischerverein hatte seinen Betrieb wie eine Restaurantküche organisiert. Die Makrelen wurden gewürzt und am etwas dickeren Rücken vorgegrillt. Dann kamen sie auf den großen Holzkohlengrill. Unter den Ehrenamtlichen, die beim Makrelenfest im Einsatz waren, gilt das Makrelengrillen als die Königsdisziplin. „Da darf nichts schiefgehen“, sagt Pressewart Johannes Menzel. Das ist nicht zu befürchten: Die Herren am Grill sind dieser Aufgabe seit Jahren gewachsen. Andere Besucher wiederum zog es zu den Forellen. Die Fische kamen von der Schwäbischen Alb und waren frittiert oder vom Verein selbst geräuchert zu genießen. Wer Glück hatte, bekam fürs Warten gratis Tintenfischringe als Versucherle. Einschließlich Auf- und Abbau sind für das zweitägige Fest über 100 Freiwillige im Einsatz. Beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen am Samstag waren Staatssekretär Markus Grübel (CDU) und der CDU-

Fraktionsvorsitzende im Landtag, Peter Hauk, zu Gast.Beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen am Samstag waren Staatssekretär Markus Grübel (CDU) und der CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Peter Hauk, zu Gast. In den vergangenen 50 Jahren hat der Verein viel erlebt, zweimal musste er eine neue Fischerhütte bauen. Die erste wich der B 313, die zweite dem Anschluss Köngen Nord. Im Jahr 2010 schloss er sich mit den Angelvereinen von Nürtingen, Wernau und Stuttgart zu einer Besatzgemeinschaft zusammen. Das Konkurrenzdenken und die Grenzen sind gefallen, die Mitglieder der Vereine können nun alle zwischen Plochingen und Nürtingen angeln. Die Fänge sind allerdings weniger geworden. „Gegenüber 1993 haben wir heute nur noch 20 Prozent der Fische im Neckar“, sagt Menzel. Das liege nicht an der Struktur der Gewässer, sondern am Kormoran, der am Tag 500 Gramm Fisch verspeise. Was den Kormoran angeht, sind die Fischer und die Vogelschützer verschiedener Meinung.

 

EIN HERZ FÜR DIE NASE
 

Menzel kann aber auch von einem großen Erfolg berichten. Früher weit verbreitet, sei die Nase fast völlig verschwunden gewesen. Dann haben die Anglervereine den Neckar mit Nasen besetzt, zur gleichen Zeit wurde die Lautermündung renaturiert. „Nun ziehen die Nasen wieder, wie in einem Lexikon aus dem 17. Jahrhundert beschrieben, Ende März die Lauter hinauf.“ Viel Interessantes aus der Vereinsgeschichte ist in der großformatigen, bebilderten Festschrift nachzulesen. In sie hat auch Menzel viel Arbeit investiert. „Die letzte ist vor 25 Jahren erschienen“, sagt er.