Fischerverein Wendlingen e.V.

 

 

Vandalismus zunehmend ein Problem

 

Vandalen leeren Eimer mit 300 Litern Frittierfett in Kanal am Hüttensee –
Schaden für Umwelt konnte abgewendet werden


Der vorläufige Höhepunkt einer Reihe von Vandalismus am Hüttensee ist das Entsorgen von Frittierfett in einen Ablaufkanal am See. Der Fischerverein Wendlingen hat daraufhin Anzeige bei der Polizei erstattet. Die ermittelt jetzt gegen Unbekannt.
 

von Gaby Kiedaisch

WENDLINGEN.
Der jüngste Vorfall ereignete sich am vorletzten Wochenende am Hüttensee zwischen Schäferhauser See und dem Naturschutzgebiet Wernauer Baggerseen. An der „Fischerhütte“, dem Vereinsheim des Wendlinger Fischervereins, waren Biertische umgeschmissen, leere Sekt- und Wodkaflaschen und Scherben lagen herum sowie eine halbvolle Kiste mit Bier, berichtet Manfred Eigenstetter gegenüber unserer Zeitung.

Das seien die Überreste einer Feier vom Abend vorher gewesen, nachdem die Gaststätte längst Schluss gemacht habe, erläutert der Geschäftsführer und Zweite Vorsitzende des Fischervereins weiter. Es komme immer wieder vor, dass ungebetene Gäste in der Nacht an der abseits der Bebauung gelegenen Fischerhütte „Party machten“. Oder dass an der Feuerstelle neben dem See gegrillt werde und, wenn es regnet, beim Vereinsheim Schutz gesucht wird. „Das stellen wir immer wieder fest“, erklärt der Vereinsvorsitzende Günter Richter, vor allem in den Ferien sei die Grillstelle von vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen frequentiert. Solange am Haus oder an der Ausstattung nichts zerstört oder beschädigt, und der Müll wieder entsorgt werde, sei das auch okay, zeigen Richter und Pächter Georg Lübke dafür Verständnis.

Doch allzu häufig endet so ein Treffen in Vandalismus, werden Flaschen gegen die Wand des Fischerheims geworfen, Bierbänke und Tische im See versenkt, Müll zurückgelassen, Sonnenschirme als Regenschutz benutzt und dann am nahe gelegenen Parkplatz einfach weggeworfen. Auch der von den Fischern eingerichtete Fischlehrpfad entlang des Neckars bleibt von der Zerstörungswut nicht verschont: Schautafeln werden umgeknickt, Glas zertrümmert.

Am selben Tag, am Samstag, habe der Wirt der Fischerhütte dann drei Jugendliche wahrgenommen, die, so vermutet Manfred Eigenstetter weiter, die halbvolle Bierkiste haben abholen wollen. Weil aber alles von den Fischern und dem Pächter bereits aufgeräumt war, hätten sie aus Frust, so dessen Vermutung, Eimer mit 300 Litern Frittierfett in den Schacht geleert. So habe er es auch der Polizei erzählt, die den Fall aufgenommen hat, sagt Eigenstetter. Ob Teilnehmer einer Schulabschlussfeier am gleichen Wochenende etwas damit zu tun haben, das sei ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen.

Frittierfett stand zur fachgerechten Entsorgung bereit

Das Frittierfett stammt vom Makrelenfest, das der Fischerverein eine Woche vorher rund um den Hüttensee ausgerichtet hatte. 300 Liter Fett standen in Abfalleimern bereit zur fachgerechten Entsorgung durch eine Spezialfirma. Am Sonntagmorgen hatte der Wirt dann das Malheur entdeckt. Die Eimer lagen umgeworfen über einem Schacht, der zu einem Kanal direkt in den Hüttensee führt. Aus einem anderen Abfluss hatte das Fett bereits hochgedrückt. Das Rohrsystem musste von einer hinzuzogenen Firma aufwändig gesäubert und das Fett aufgefangen werden.

Durch das rasche Eingreifen war zum Glück noch nichts in den See gelangt. Trotzdem ist der Schaden für den Fischerverein groß. „1000 Euro reichen dafür nicht aus“, schätzt Günter Richter die Kosten für die Säuberung. Und: „Eine völlig unnötige Aktion“, ärgert er sich über den Vorfall. Trotzdem ist er zuversichtlich, dass die Vandalen erwischt werden, denn die Fischerhütte ist kameraüberwacht.
   

Das Fischerheim des Fischervereins Wendlingen am Hüttensee wird immer wieder von Vandalen heimgesucht. gki

   

Die Täter haben das Fett absichtlich in einen Schacht laufen lassen. Foto: Fischerverein