Fischerverein Wendlingen e.V.

Erwartete Fischarten vorhanden

VON GABY KIEDAISCH

Bestandserhebung von Fischarten in der Lauter als Nachweis
für den ökologischen Zustand des Gewässers – Ergebnis steht noch aus

Mit Hilfe des sogenannten Bestandsfischens wird im Rahmen der europäischen Wasserrichtlinie alle drei Jahre der
Bestand von Fischen in Flüssen und Bächen untersucht. Auftraggeber ist das Land Baden-Württemberg. Dieser Tage fand eine
solche Untersuchung an der Lauter in Wendlingen statt.

 

 

WENDLINGEN (pm). von Gaby Kiedaisch  
Wendlingen.

Ausführend war ein unabhängiges Büro, das von Günter Richter vom Fischerverein Wendlingen begleitet wurde.Mit der EG-Wasserrahmenrichtlinie sollen Fließgewässer in einem guten ökologischen Zustand erhalten werden oder gegebenenfalls bis spätestens 2027 durch geeignete Maßnahmenprogramme in einen solchen Zustand überführt werden. Um dies zu überprüfen, wieweit die Vorgaben der EG-Wasserrahmenrichtlinie bereits erreicht sind oder noch verbessert werden müssen, wird der ökologische Zustand der Fließgewässer seit neun Jahren regelmäßig bewertet. Für diese Bewertung werden bestimmte Qualitätskomponenten herangezogen, wozu Algen, höhere Pflanzen und bestimmte Tiergruppen wie die Fischfauna zählen. Bei der Bewertung
durch Fische werden an bestimmten
Monitoringstellen regelmäßig Elektrobefischungen durchgeführt. Alle nachgewiesenen Fische werden hinsichtlich ihrer Artzugehörigkeit und Größenklasse bestimmt. Die dabei erhobenen Bestände sind Indikatoren für die ökologische Qualität von Flüssen und Bächen.

  

 

 

Im Flussbett der Lauter konnten auf einer Strecke von etwa 250 Metern bei der Eisenbahnbrücke eine Vielfalt an Fischen nachgewiesen werden wie beispielsweise Nasen, Bachforellen, Schmerlen, Mühlkoppen, Aale, Barben, Elritzen. Sogar der Neckarschneider ging ins Netz. Aber auch der Döbel, darunter einer mit 50 bis 60 Zentimetern Länge. Und das trotz des wenigen Wassers, das die Lauter wegen der anhaltenden Trockenheit führt. Angesichts dieser Artenvielfalt zeigte sich Günter Richter zufrieden. Alle Fische, die erwartet wurden, konnten angetroffen werden. Sogar solche, mit denen Richter gar nicht gerechnet hatte wie den Neckarschneider. Der war in den vergangenen Jahren kaum mehr im Neckar nachweisbar, geschweige denn in der Lauter.
Trotzdem wäre noch eine Verbesserung drin, interpretierte der Vorsitzende des Fischervereins das Ergebnis der Zählung vorläufig. Dazu könnte der Rückbau der Betonfassung an der Lauter beitragen. Wegen der Hochwassergefahr wird diese Maßnahme aber nicht zum Zuge kommen. Die Daten werden nun an die Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg in Langenargen gemeldet, wo sie ausgewertet werden.

 

 

Das Elektrofischen wird neben der Berufsfischerei auch zum wissenschaftlichen Fischfang eingesetzt. Dabei werden die Fische nicht getötet. Nach der Erfassung werden sie wieder im Gewässer freigelassen. gki/Foto: Richter